Cattery vom kleinen Lord
Cattery vom kleinen Lord

Blutgruppen

Die Gefahren der verschiedenen Blutgruppen A, B und AB
bei Zuchtkatzen in Bezug auf Isoerythrolyse (Blutgruppenunverträglichkeit)

Was ist bei Verpaarungen von Katzen mit unterschiedlichen Blutgruppen zu beachten?

Die meisten Katzen haben Blutgruppe A. Bei einigen Rassen jedoch haben bis zu 50% der Katzen die Blutgruppe B. Hiervon sind Rassen wie Britisch Kurzhaar, Exotic Shorthair, Heilige Brima und auch Somali Katzen besonders betroffen. Auch bei der Sibirischen Katze wurden schon Katzen mit Blutgruppe B verzeichnet. Als dritte Blutgruppe gibt es noch AB. Diese Blutgruppe ist vermutlich eine Kombination aus den Blutgruppen A und B, ist aber eine eigene Blutgruppe und kein Gemisch. Es ist über die Blutgruppe AB sehr wenig in der Literatur zu finden, da diese äußerst selten vorkommt. Wie auch in der Farbgenetik gibt es die Blutgruppen homozygot und heterozygot (rein- und mischerbig.) In den nachfolgenden Tabellen wird ausschließlich über die Blutgruppen A und B berichtet, verwechseln Sie also bitte Katzen mit Blutgruppe A mischerbig = A/B NICHT mit der Blutgruppe AB.

Wie beim Menschen die Information über die richtige Blutgruppe bei Tranfusionen Leben retten kann, ist es auch für einen Katzenzüchter extrem wichtig die Blutgruppen seiner Zuchtkatzen zu kennen. Werden zwei Tiere mit "falschen" Blutgruppen miteinander verpaart, kann das für die neu geborenen Kitten durch Isoerythrolose tödlich enden.

Was ist Isoerythrolyse?

Bei Isoerythrolose handelt es sich um eine tödliche Reaktion von Kitten mit der Blutgruppe A oder AB auf die Muttermilch ihrer Mutter mit der Blutgruppe B. Durch das Säugen Ihrer Kitten erhalten die Babies Antikörper gegen ihre eigenen roten Blutzellen. Diese Antikörper wirken zerstörend und entziehen den Kitten somit den Sauerstoff aus dem Blut.

Eine vor kurzem entdeckte Todesursache der neugeborenen Kätzchen von Zuchtkatzen ist die sogenannte Isoerythrolyse. Dabei haben die neugeborenen Katzenbabies eine andere Blutgruppe als ihre Mutter. Indem die Kleinkätzchen Milch von ihrer Mutter saugen, bekommen sie durch die Milch Antikörper gegen ihre eigenen roten Blutzellen. Solche Antikörper binden die roten Blutzellen der Katzenbabies - es folgt Blutarmut und Verdickung des Blutes bei den Kitten. Die sichtbaren Anzeichen sind u. a. eine dunkle Färbung des Urins, Gelbsucht und auch Schwanzbluten.

Nachdem immer wieder ganze Würfe innerhalb von 48 Stunden verstarben, konnte das Rätsel duch eine Blutgruppenbestimmung von Mutter und Kindern gelöst werden. Dieses qualvolle Absterben der Jungtiere war darauf zurück zu führen, dass die Mutter Blutgruppe B und die Kitten Blutgruppe A hatten.

Diese Blutgruppe AB kommt ausschließlich bei Rassen vor, in denen auch die Blutgruppe B existiert.

Der Erbgang der Blutgruppen AB, A und B

Die Blutgruppe A ist dominant über Blutgruppe B und AB. Man kann hier das gleiche Schema von vollfarbig (D) und Verdünnung (d) anwenden. Demzufolge gibt es hier Katzen mit Blutgruppe A, die Träger der Blutgruppe B sind. Die Blutgruppe B kommt im übrigen ausschließlich reinerbig B/B vor. Die Blutgruppe AB ist nur bei Rassen möglich bei denen es die Blutgruppe B gibt - die Blutgruppe AB ist gegenüber Blutgruppe B dominant. Tiere mit Blutgruppe A können demzufolge auch Träger von AB sein A/AB.

 

Kitten mit der seltenen Blutgruppe AB sollen gegenüber ihren B-Müttern ähnlich gefährdet sein wie die Kitten mit Blutgruppe A. Hierüber ist allerdings auch gegenteiliges zu finden. Die Blutgruppe AB gibt uns im Moment also noch Rätsel auf. Sowohl in der Verebung und Entstehung, als auch in der Reaktion auf die Muttermilch. 

Was tun wenn die Zuchtkatze Blutgruppe B hat?

Die Kitten sind nur innerhalb der ersten 24-48 Stunden hochgradig gefährdet. Nach dieser Frist können die Antikörper der Mutter, den Kitten nicht mehr gefährlich werden. Jeder Züchter muß selbst einschätzen, ob er es auf sich nimmt und die Kitten die ersten zwei Tage mit der Flasche ernährt und die Kitten unter allen Umständen von der Muttermilch fernhält - oder ob er eine Amme mit der richtigen Blutgruppe für die Neugeborenen bereithält. Erfahrungsberichten von Züchtern nach, hat es sich bewährt den Müttern für die gefährlichen ersten zwei Tage einen Babystrampelanzug anzuziehen. Die Kitten haben den Geruch und die Fürsorge der Mutter und kommen gleichzeitig nicht an die tödliche Milch.
Am einfachsten wäre natürlich eine Verpaarung zwischen B-Katze und A-Kater zu vermeiden und gleich den geeigneten B-Kater als Paarungspartner zu wählen.

Da es schon Sibirische Katzen mit der Blutgruppe B gibt - kann sich niemand sicher sein, ob nicht seine Zuchtkatzen auch B träger sind beispielsweise und somit unbemerkt weibliche Katzen mit, der für ihre Kitten so schädlichen, Blutgruppe B entstehen.

Meine Katze hat trotz Blutgruppe B aber schon problemlos A-Kitten großgezogen!

Das ist keine Seltenheit. Es kommt auf die Intensität der Antikörper der Mutter an. Je geringer dieser Wert, desto ungefährlicher für die Kitten. Vielleicht ist bei Ihnen das eine oder andere Kitten unerklärlich innerhalb der ersten 48 Stunden verstorben? Lassen Sie die Blutgruppe testen - es könnte sein, dass die Mutter Blutgruppe B hat und nur sehr schwache Antikörper gegen die Gruppe A.
 

 

Da die Blutgruppe B rezessiv vererbt wird, können Träger dieser Blutgruppe über mehrere Generationen hinweg unentdeckt bleiben. Denken Sie nur an die Vererbungsmöglichkeiten des Point-, Nonagouti- oder Verdünnungsgen. Demzufolge macht es keinen Sinn Katzen mit der Blutgruppe B von der Zucht auszuschließen. Dadurch wird die Blutgruppe B nicht ausgerottet.

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© Christiane Müllers